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Der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990, ging die Teilung Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg voraus. Nach der Niederlage im 2. Weltkrieg wurde das Deutsche Reich von den vier alliierten Siegermächten in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Dabei wurde der westliche Teil Deutschlands von den Streitkräften der USA, Frankreichs und Großbritanniens besetzt. Der östliche Teil, jenseits der Elbe, wurde von der Sowjetunion besetzt. Außerdem wurden Schlesien, Pommern und Ostpreußen an Polen und die Sowjetunion abgetreten. Einen Sonderfall bildete die Hauptstadt Berlin. Auch diese Stadt wurde in vier Sektoren aufgeteilt. Westberlin wurde von den USA, Großbritannien und Frankreich kontrolliert und Ostberlin von der Sowjetunion.
Nachdem der 2. Weltkrieg zu ende gegangen war, kam es zwischen den Siegermächten mehr und mehr zu Meinungsverschiedenheiten und Konflikten, die schließlich den Kalten Krieg auslösten und die Teilung Deutschlands in zwei deutsche Staaten vorantrieben. Schließlich entstanden, unter dem Einfluss der jeweiligen Besatzungsmächte, 1949 zwei deutsche Staaten: Im Westen die Bundesrepublik Deutschland (BRD) mit der Hauptstadt Bonn, und im Osten die Deutsche Demokratische Republik (DDR) mit der Hauptstadt Ost-Berlin.
In den 80er Jahren wuchs die Unzufriedenheit der DDR-Bevölkerung mit dem sozialistischen, undemokratischen Wirtschafts- und Gesellschaftssystem. Die Planwirtschaft des Landes geriet in eine Krise. Der Staatsratsvorsitzende Erich Honecker lehnte jedoch alle Reformwünsche ab. Daraufhin kam es vermehrt zur Bildung von Bürgerrechtsbewegungen, die mehr Menschenrechte und Freiheit forderten. Auch die Anzahl der Ausreiseanträge und der Flüchtenden nahm immer mehr zu. Gleichzeitig kam es durch den sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow zu tiefgreifenden Reformen in der Sowjetunion, die den Niedergang der DDR vorantrieben. Im Sommer 1989 kam es zur Massenflucht von DDR-Bürgern, als Ungarn seine Grenzen zu Österreich öffnete. Über die westdeutschen Botschaften in Budapest, Prag und Warschau versuchten zahlreiche DDR-Bürger in den Westen zu gelangen. Auch innerhalb der DDR wuchs der Druck. Es kam zu den regelmäßigen Großdemonstrationen. Da sich die DDR-Führung nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen konnte, trat Erich Honecker am 18. Oktober 1989 zurück. Der Druck der Bevölkerung wuchs jedoch immer mehr, sodass die DDR-Regierung am 7. November 1989 zurücktrat. Zwei Tage später kam es zum Fall der Berliner Mauer. Tausende von DDR-Bürgern überquerten spontan die Grenze. In der DDR hielt die Demokratie Einzug. Im März 1990 kam es zur ersten freien Wahl der Volkskammer. Die neu gewählte Regierung nahm Verhandlungen mit der westdeutschen Bundesregierung unter Kanzler Helmut Kohl auf. Am 3. Oktober 1990, der zum Tag der deutschen Einheit wurde, vollzog sich die Wiedervereinigung und die Teilung Deutschlands war somit beendet.



